Auf Wiedersehen!
Liebe Hatter Bürgerinnen und Bürger,
fünf sehr intensive Jahre als Bürgermeister gehen nun bald zu Ende. Ich blicke mit großer Zufriedenheit, Dankbarkeit und Stolz über das Erreichte zurück.
Es war für mich eine sehr beanspruchende und dennoch sehr erfüllende Aufgabe mit vielen wichtigen Zukunftsentscheidungen für die Gemeinde Hatten. Es gab unzählige tolle Begegnungen mit den Menschen, die hier leben. Das war sehr bereichernd.
Wir haben eine wundervolle Gemeinde mit wundervollen Menschen, die sich täglich im Beruf aber auch im Ehrenamt engagieren. Das gesellschaftliche Miteinander wird hier nicht nur als Schild vorweg getragen. Hier wird es tatsächlich jeden Tag gelebt. Diese vielen Menschen, die hier gerne leben und die immer wieder einen Beitrag für unsere Gemeinschaft leisten, waren für mich immer ein Antrieb für meine Arbeit als Bürgermeister der Gemeinde Hatten und dort alles mit ganzer Kraft zu geben.
Wir haben in den vergangenen fünf Jahren in einem Umfeld von vielen Krisen, ständig steigenden Anforderungen und bürokratischen Hürden sehr viel geschafft. Beispielhaft seinen hier nur die wichtigsten Projekte genannt.
Mit den Neubauten der Feuerwehr (Fertigstellung zum Ende 2027) und der Grundschule Kirchhatten (Fertigstellung in 2028) sowie der Kita Hebbelstraße in Hatterwüsting und der Kita am Bernhard-Müller-Weg in Kirchhatten (Einweihung Mitte 2027) ist ein wesentlicher Schritt für die zukunftsfähige Investition in Sicherheit und gute Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten geschaffen worden. Auch konnte eine Grundsatzentscheidung für die Grundschule Sandkrug getroffen werden, so dass wir mit der Ausschreibung der Umsetzungsbegleitung den nächsten Schritt für ein späteren Neubau machen.
Ein neues Gewerbegebiet (ca. 10 ha) für die Gemeinde Hatten ist auf den Weg gebracht. Verhandlungen mit Grundstückseigentümern sind weitestgehend abgeschlossen. Ein Nachtrag für den Ankauf der Flächen im Haushalt wird eingestellt. Gespräche mit dem Landkreis und der IHK Oldenburg wurden erfolgreich geführt. Die Änderung im Flächennutzungsplan und die Aufstellung eines Bebauungsplans wurde angeschoben.
Im alten Gewerbegebiet in Munderloh konnten wir mit der Veränderungssperre und der Neubeplanung einen wichtigen Aspekt für ein geordnetes und sicheres Umfeld der Menschen vor Ort erreichen.
Mit dem gestellten Förderantrag zur Sanierung des Freizeitzentrums in Hatten und den sich daraus ergebenden rund zwei Millionen Euro Förderung und der in 2027 geplanten Umsetzung ist die Grundlage für eine zukunftsfähige Neugestaltung des Freibades für die Menschen vor Ort geschaffen.
Auch konnten wir aufgrund der guten Arbeit der Bewohner in den Ortschaften Munderloh, Sandhatten, Schmede, Tweelbäke-Ost und Sandhatten Anträge zur Dorfentwicklung stellen, um so Projekte dort umzusetzen. Mit der Erneuerung des Dachswegs haben wir dazu eine wichtige Radwegverbindung nach Oldenburg fertiggestellt.
Mit diesen Maßnahmen und den internen Organisationsmaßnahmen im Rathaus sind die Grundlagen für die Zukunft der Gemeinde und für die Tätigkeit des neuen Bürgermeisters, dem ich eine gute Amtszeit wünsche, gelegt. Er hat dann die Freude, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellten Projekte in den nächsten zwei Jahren einzuweihen.
Besonders Herausfordernd waren sicherlich die drei Sonderlagen wie z.B. die gefundene Weltkriegsbombe oder der Großbrand in Munderloh. Allen voran jedoch das Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/24, das uns allen in gut drei Wochen alles abverlangt und bis an die körperliche und emotionale Belastungsgrenze gebracht hat. Mit den Einsatzkräften war ich jeden Tag drei Wochen lang vor Ort. Von Lagebesprechungen im Krisenstab über Einsatzbesprechungen mit der örtlichen Feuerwehr über Gespräche mit den betroffenen Menschen und den damit zu treffenden wichtigen Entscheidungen für den Schutz unserer Gemeinde. Auch die große Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Menschen hier haben mich sehr berührt. Gemeinsam haben wir dies gut gemeistert.
Emotional war sicherlich auch der gemeinsame Besuch auf dem Soldatenfriedhof in der Normandie mit dem Bürgermeister der Partnergemeinde aus Auvers-le-Hamon und dem Partnerschaftskomitee aus beiden Ländern. Hier hat sich in diesen besonderen Zeiten einmal mehr gezeigt, dass der gemeinsame Austausch und das Verständnis für einander stärker sind, als Vorbehalte und Misstrauen. Die Verbundenheit zur französischen Partnergemeinde und den dortigen Menschen hat dieser Besuch noch einmal mehr gestärkt.
Ich freue mich nun auf den neuen Lebensabschnitt, gerade vor dem gesundheitlichen Hintergrund und darauf, dass ich mehr Zeit für mich und meine Familie sowie für meine Freunde und Hobbys habe.
In Zukunft werde ich mich darüber hinaus im Ehrenamt engagieren. Zum einen im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Werkstätten, die eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Sandkrug betreiben und zum anderen im Vorstand der VHS Oldenburg mit den Außenstellen in Sandkrug und Kirchhatten. Mit diesen Aufgaben und der Mitgliedschaft im Förderverein der Kinderfeuerwehr werde ich der Gemeinde auch weiterhin verbunden bleiben. Die Verbundenheit zu den Menschen in der Gemeinde werde ich sowieso immer im Herzen behalten.
Zum Abschied schwingt auch viel Wehmut mit. Es war eine wunderbare Zeit in einem der tollsten Ämter, die es gibt.
Es ist und war mir immer eine große Ehre und Freude, Bürgermeister der Gemeinde Hatten zu sein.
